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Gerda Lechleitner

Beitragskategorie: Unwissenheit frisst Demokratie 2018
Beitragstitel: Gerda Lechleitner

Schallarchive im Spannungsfeld von erlebter und virtueller klangwelt

Archive sind sowohl für das Bewahren als auch für das Verbreiten verantwortlich und stellen in der digitalen Welt eine neue Form von Wissensspeicher dar.

Wissensspeicher, wie das Phonogrammarchiv der ÖAW, das weltweit älteste wissenschaftliche Schallarchiv, wurden erst durch technische Erfindungen (hier der Tonaufzeichnung) möglich und sind seit jeher einem stetigen technischen Wandel unterworfen. Die Wende von analog zu digital markiert einen besonderen Einschnitt. Mit dem technischen geht auch der gesellschaftliche Wandel einher: wie sieht die Öffentlichkeit diese Möglichkeiten, welche Forderungen stellt sie, und wie sind diese zwischen Privatsphäre und Datenschutzbestimmungen realisierbar?
Erfahrungen aus der Archivpraxis bezüglich (allgemeinem) Zugang zu und Nutzung von Aufnahmen werden ebenso diskutiert wie das notwendige ethische Verhalten von Archiven im Rahmen seiner Verpflichtungen gegenüber den Aufgenommenen und deren Nachkommen.


Video: CC BY 4.0 / Open Commons Linz

Foto: (c) Phonogrammarchiv

Gerda Lechleitner studierte Musikwissenschaft und Psychologie an der Universität Wien sowie Klavierpädagogik am Konservatorium der Stadt Wien. Seit 1996 arbeitet sie als Kuratorin der historischen Sammlungen im Phonogrammarchiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften; sie ist Herausgeberin der CD-Edition „Gesamtausgabe der Historischen Bestände 1899-1950“ und des Jahrbuchs des Phonogrammarchivs „International Forum on Audio-Visual Research“.  Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte und Entwicklung von Schallarchiven und deren Rolle für die Forschung, die Geschichte der Ethnomusikologie, Bedeutung von historischen Quellen, Musik und Minderheiten.