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Gerin Trautenberger

Beitragskategorie: Teilen in einer individualisierten Gesellschaft
Beitragstitel: Gerin Trautenberger

Open Data und Daseinsvorsorge 

Die neue Rolle des Staates in einer post-digitalen Gesellschaft

Der Begriff des Post-Digitalen beschreibt eine Gesellschaft, die von elektronischen und digitalen Prozessen durchdrungen ist. In dieser Gesellschaft ist das Digitale allgegenwärtig und hat die Produktion von Gütern, unsere sozio-ökonomische Lebenswelten und unser Kommunikationsverhalten nachhaltig verändert. Wie verhält sich daher eine Gesellschaft, in der alle Lebensaspekte digital abgebildet werden? Welche Rolle übernimmt der Staat in dieser volldigitalisierten Gesellschaft und wer sind die eigentlichen InnovationstreiberInnen unter diesen veränderten sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen?
Mariana Mazzucato, eine italienische Ökonomin an der University of Sussex, beschreibt in ihrem Ende 2014 auf Deutsch erschienen Buch „Das Kapital des Staates“ wie wichtig ein unternehmerisch gesinnter Staat ist und hält fest: „... der unternehmerisch gesinnte Staat nimmt dem privaten Sektor nicht einfach nur Risiken ab, sondern entwickelt eine Vorstellung von einem Risikoraum und agiert darin mutig und effizient, um Neues voranzutreiben.“ So schreibt Mazzucato der öffentliche Hand einer aktive Rolle zu, die nicht nur Marktversagen korrigiert oder Marktdefizite kompensiert, sondern gestaltend Innovationen vorantreibt und für Unternehmen neue Marktchancen eröffnet.
Der Einsatz von Open Source, Open Data und auch Open Design stellen daher einen wichtigen Aspekt der öffentlichen Beschaffung dar. In der Entwicklung der öffentlichen Wirtschaft und der Entwicklung von neuen digitalen öffentlichen Dienstleistungen stellen offene Ansätze und Methoden einen unschätzbaren Vorteil gegenüber properitären und geschlossenen Plattformen, Methoden und Werkzeugen dar.

Bild von Gerin Trautenberger

Foto: Jürgen Grünwald

Gerin Trautenberger

Gerin Trautenberger arbeitet seit 1992 als Art und Creative Direktor für unterschiedliche Firmen in Europa und USA. 2005 gründete er die MICROGIANTS Industrial Design GmbH für Produkt und Service Design und ist auf Designmanagement und Beratung spezialisiert. Er war 2011-2012 Mitglied der European Design Innovation Initiative, um die Europäische Kommission in Fragen der Innovation und Designpolitik zu beraten. Seit 2013 ist er Vorsitzender der Creativwirtschaft Austria in der WKÖ. Er arbeitet als Kurator für die Wiener Kulturverwaltung und organisiert heuer das vierte ViennaOPEN Festival zu Open Design und einer offenen Stadt.

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