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Ina Markova

Beitragskategorie: 18. Mai 2018: Unwissenheit frisst Demokratie
Beitragstitel: Ina Markova

Eine Vergangenheit, die nicht vergehen will?

Ob und welches Wissen über die Vergangenheit vermittelt wird, ist oft heiß umstritten. Umkämpft ist dabei nicht die – unzweifelhaft vergangene – Vergangenheit, sondern, so Oliver Marchart, immer die Gegenwart im "Gewand der Vergangenheit". Beziehen heute zwar die meisten europäischen Länder ihr moralisches und politisches Orientierungswissen aus einer Orientierung am "Zivilisationsbruch Auschwitz", so war dies direkt nach Kriegsende 1945 nicht der Fall.

Das gilt auch für die Zweite Republik: Im Folgenden möchte sich dieser Beitrag mit dem Wandel in der österreichischen Erinnerungskultur in Bezug auf die NS-Zeit auseinandersetzen. Wann, warum und welche Aspekte der Vergangenheit erinnert werden, ist immer Ausdruck geschichtspolitischer, gegenwärtiger Konflikte. Vom Vergessen, über eruptive Zäsuren bis hin zu Ritualisierungsprozessen möchte dieser Beitrag einen Bogen spannen und versuchen zu analysieren, was die Formen der Erinnerung an die NS-Zeit über die gegenwärtige Gesellschaft aussagen können.

Foto: (c) Sara Vorwalder

Ina Markova hat Geschichtswissenschaften in Wien, Paris und New Orleans studiert. Ihre Dissertation über visuelle Repräsentationen der NS-Zeit in Österreich nach 1945 wurde durch Stipendien der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie durch ein Austrian Ministry Fellowship des Wissenschaftsministeriums gefördert. Die Dissertation erscheint 2018 im StudienVerlag, die Überarbeitung bzw. Publikation wurde gefördert durch das post-DOC-track-Programm der ÖAW, den Herbert-Steiner-Preis des DÖW sowie den Grete-Mostny-Preis der Uni Wien. Von 2016 bis 2018 war sie Mitarbeiterin am Projekt "Inbesitznahmen. Das Parlamentsgebäude in den Diktaturen zwischen 1933 und 1945". Momentan arbeitet sie als Projektmitarbeiterin an der ÖAW an der Biografie Franz Mareks.