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Raimund Liebert

Beitragskategorie: 18. Mai 2018: Unwissenheit frisst Demokratie
Beitragstitel: Raimund Liebert

Wenn Wikipedia unser Wissen macht

Der Zug ist abgefahren: Am Anfang standen Studien, die Wikipedia bescheinigten verlässlicher als althergebrachte Enzyklopädien zu sein.

Das scheinbar unkontrollierte und laienhafte Mitmachprojekt verdrängt und ersetzt Schritt für Schritt traditionelle Autoritäten der Wissensvermittlung.
Die freie Internet-Enzyklopädie ist nicht nur ein Alltagsinstrument zur schnellen Wahrheitsfindung, sie muss für immer mehr Big Player der Wissensgesellschaft als neutrales Fake-Bollwerk herhalten.

Eigentlich sollten wir uns alle um unsere selbstgebastelte Enzyklopädie kümmern. Tatsächlich sind es wenige (und immer weniger) Freiwillige, die täglich Wissen aussieben und dabei untereinander und gegen ungewollte Einflüsse von außen streiten. Wer Wikipedia mitschreibt und warum und worüber überhaupt geschrieben wird, erzählt Einiges über den gesellschaftlichen und politischen Rahmen, in dem wir uns bewegen.

Über Wikipedia erprobt sich eine demokratische und solidarische Gemeinschaft.

Foto: Jean Frédéric (CC0)

Geboren 1981 in Wien, dort Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft. Mitbegründer und Geschäftsführer des Filmfestivals VIS Vienna Shorts (2004–2011), Programmchef des Wiener Schikaneder-Kinos, parallel als Kurator und Jurymitglied für diverse internationale Filmfestivals tätig. Film-Projektleiter für das offizielle Kulturprogramm anlässlich der Euro 2008, Koordinator von Kulturvermittlungsprojekten des Unterrichtsministeriums. Bis 2014 Lehraufträge zu Film und Neuen Medien an verschiedenen Hochschulen. Seit 2005 ehrenamtlicher Wikipedia-Autor mit über 1200 verfassten Artikeln (Themenschwerpunkt Westafrika), seit 2014 angestellt als Community Manager bei Wikimedia Österreich. Verheiratet, drei Katzen.