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Klein aber fein – Ein Minimalhaus für alle

Beitragskategorie: Mit Innovation die Stadt verbessern
Beitragstitel: Klein aber fein – Ein Minimalhaus für alle

Chiara Haidinger, Victoria Hügel und Lara Untersberger, Schülerinnen der 4. Klasse des Fachs Produktdesign der HBLA Lentia, überzeugten beim städtischen Wettbewerb „Mit Innovation die Stadt verbessern“ die Jury mit ihrem Konzept eines Minimalhauses und errangen den 1. Platz.

Das Projekt greift das Thema urbanes Wohnen auf und liefert ein ausgeklügeltes Konzept, wie Wohnen auf kleinstem Raum sozial verträglich, umweltfreundlich und günstig funktionieren kann. Es soll den Platzmangel in bestimmten Regionen und Teilen der Erde bekämpfen helfen, indem der vorhandene Raum optimal und billig genutzt wird. Dabei wird auf Überlegungen bezüglich Wohnqualität nicht verzichtet.

Das Projektteam der 4bpp der HBLA Lentia (Foto: Petra Moser)

 

Im Rahmen eines Unterrichtsprojekts zum Thema Architektur und Innengestaltung fiel das Interesse der drei Schülerinnen bald auf die sogenannten „Tiny houses“ – kompakte Wohneinheiten, die preisgünstig, ökologisch und platzsparend sind. Nachdem nächstes Jahr die Matura und auch der Auszug aus der elterlichen Wohnung ansteht, war der Gedanke an leistbare Wohnmöglichkeiten naheliegend.

Ausgehend vom Szenario sehr dicht besiedelter urbaner Räume, in denen Platzmangel und Umweltverschmutzung große Probleme sind, wollten sie ein Minimalhaus für zwei Personen entwickeln, das bei wenig Raum den individuellen Lebensbedürfnissen gerecht wird und dabei vor allem eines ist: ressourcenschonend. Aber auch über die Notwendigkeit gestalterischer Qualität sind sich die drei bewusst, schließlich soll man gerne darin wohnen.

Dabei gab es verschiedenste komplexe Faktoren zu berücksichtigen. So sollte die Wohnlösung alles das bieten, was auch ein „normales“ Haus zur Verfügung stellt: Wohn-/Schlaf- und Arbeitsräume sowie Essbereich und Bad. Die große Herausforderung: all das muss auf 25m² untergebracht werden. Die Lösung liegt im Komprimieren der Inneneinrichtung, der optimalen Nutzung von Stauraum und natürlich in Überlegungen, worauf der Mensch verzichten kann. Denn darüber ist sich die Gruppe von Beginn an im Klaren: Verzicht muss ein zentrales Element zukünftiger Nachhaltigkeitskonzepte sein. Die Möglichkeiten zu sparen sehen sie dabei vor allem in der Menge – z.B. bei Kleidung oder elektrischen Geräten, aber auch in zumutbaren Einschränkungen der Privatsphäre. Die Prioritätensetzung ist unmissverständlich: Auf Luxus wie eine Badewanne wird verzichtet, während man im Gegenzug sogar an Ideen gearbeitet hat, wie ein Garten auf dieser kleinen Fläche untergebracht werden kann.

Über viel Recherche, Skizzen und Gespräche näherte man sich dem Endergebnis Schritt für Schritt an: Dabei mussten konzeptionelle Entscheidungen, wie die Anordnung der Zimmer oder die Art der „Verschachtelung“ von Stauräumen, getroffen werden. Neben der Wahl bestimmter Materialien machte man sich auch über Licht- und Wärmequellen oder Alltagsprobleme wie Geruch- und Lärmbelästigung Gedanken. Zur 3D-Modellierung erlernten die drei zudem professionelle Computerprogramme, mit denen virtuell experimentiert und getüftelt werden konnte. Überraschend dabei: „Die Stiege war das schwierigste“, ist sich das Team einig. So sind sie beim Rundgang in der „Grand Garage“ – dem kürzlich eröffneten, industriellen Makerspace in der Tabakfabrik – vor allem von einer 3D-gedruckten Treppe fasziniert, die mit ausgesprochen wenig Material auskommt. Das Ergebnis ist nun ein Wohnkonzept, das klein aber komfortabel ist und das von jedem Menschen auch selbst umgesetzt und weiterentwickelt werden kann.

Durch den Preis des Wettbewerbs, die Teilnahme an Workshops in der „Grand Garage“, kann nun eine modellhafte Umsetzung erprobt werden.

Wir gratulieren herzlich!