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Verantwortungsvolles Verpacken durch innovative Ideen

Beitragskategorie: Mit Innovation die Stadt verbessern
Beitragstitel: Verantwortungsvolles Verpacken durch innovative Ideen

Die Grafikerin, Fotografin und Filmemacherin Victoria Berger studierte an der Kunstuniversität Linz und schloss vor kurzem ihren Master in „Zeitbasierte Medien“ mit einem Dokumentarfilm ab. Umso überraschender scheint auf den ersten Blick das Thema ihres Projekts „Responsible Packaging“, das im Rahmen des städtischen Wettbewerbs „Mit Innovation die Stadt verbessern“ den zweiten Preis erhielt: Anhand der Picknick-Kultur im öffentlichen Raum widmet sich Berger mit ihrem Konzept eines faltbaren, wiederverwendbaren Picknick-Bags der Frage, wie Müll im Stadtraum vermieden werden kann. Das Projekt greift auf kreative Weise eine aktuelle Umweltschutz-Herausforderung auf und befasst sich sinnlich mit Materialien und Falttechniken, die einen vielfältigen und nachhaltigen Praxiseinsatz erlauben.

Victoria Berger (Foto: Petra Moser)

Das Interesse an Produktdesign, an Materialien und deren Eigenschaften ist jedoch seit jeher fixer Bestandteil ihrer künstlerischen Tätigkeit. Bei einem Studienaufenthalt in Südkorea wurde sie auf das Thema aufmerksam: „Das soziale Leben spielt sich dort stark im öffentlichen Raum ab, ebenso die beliebte Picknick-Kultur, die ich auch selbst oft und gerne praktiziere“, erzählt Berger. Allerdings, so ihre Beobachtung, entsteht durch die Verwendung von Einwegmaterialien eine Menge Müll. Die Idee einer wiederverwendbaren, recyclebaren Verpackung war für sie daher naheliegend.

Bei einem weiteren Studienaufenthalt in Japan stieß sie auf der Suche nach dem dafür passenden Material auf das sogenannte „Washy Paper“: eine Papierart, die aus der Maulbeere gewonnen wird. Bekannt ist sie vor allem durch ihre Nutzung als milchglasartiges Trennpapier, das in Japan für die traditionellen hölzernen Schiebetüren verwendet wird. Es ist wesentlich reißfester als normales Papier und hat darüber hinaus weitere besondere Eigenschaften, die es für die Verarbeitung als nachhaltigen Picknick-Bag prädestinieren: es ist nicht säurehältig – verändert also nicht den Geschmack, es ist faltbar, wasserresistent, vernäh- und einfärbbar und hat eine lange Lebensdauer, während es gleichzeitig angenehme haptische Qualitäten besitzt. Dadurch lassen sich auch ästhetische Designideen realisieren: „Die sind letztlich wesentlich für die Akzeptanz eines solchen Produkts“, weiß Berger.

Durch die Kombination mit verschiedenen Falttechniken nimmt der Picknick-Container obendrein keinen Platz weg – für Berger eine Voraussetzung dafür, dass er auch wieder mit nach Hause genommen und wiederverwendet wird: „Selbst wenn recyclebares Material weggeworfen wird entstehen Müll und dadurch Entsorgungskosten. Durch die platzsparende Wiederverwendbarkeit wird das weitgehend vermieden. Das so ersparte Geld könnte wiederum sozialen oder ökologischen Projekten zu Gute kommen: Eine Win-Win-Situation“.

Durch den Preis, eine Jahresmitgliedschaft im Makerspace „Grand Garage“, kann sie nun weiter am Material und seinen Verarbeitungsmöglichkeiten forschen, sodass am Ende ein Prototyp produziert werden kann.

Als Abschluss des Projekts ist ein öffentliches Picknick-Happening geplant, bei dem auf lustvolle Weise die gemeinsame Esskultur zelebriert und die neue Verpackungslösung erstmals zum Einsatz gelangen soll.

Wir wünschen gutes Gelingen!